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Helge Hommes ….Früher " Früher " … bezeichnet hier nur rein formal den Zeitabschnitt, auf den ich hier Blicke. Ich blicke auf eine Zeit, der Neunziger Jahre (1988 - 1999 ), in der ich meine ersten Versuche unternahm, mit Malerei, meinem Blick auf gesellschaftsbefindliche Gegebenheiten, Ausdruck zu verleihen. Die Gemälde dieser Jahre sind allesamt abends bzw. nachts in einer Garage, die als erstes Atelier diente, entstanden, während ich tagsüber versuchte als Strassenmaler Geld zu verdienen. Sie spiegeln den Blick eines mitte-20-jährigen Querdenkers, sind formal durchaus durch die ersten Begegnungen mit Bildern der Jungen Wilden der 80er Jahre beeinflusst, besitzen allerdings ein eigenes Rückrat und eine gewisse Haltung, die sehr unterschiedlich nach Form suchte. Die frühen Arbeiten haben für mich bis heute Bestand und fordern mich weiter auf, mich mit kritischem Blick und gewonnener Lebenserfahrung dem heutigen Leben zu stellen, ... mit Ausdruck, in Form von Kunst, dem Leben zu begegnen. Kommentare zu einigen Werken: " They say… " / was treibt einen jungen Menschen, Gemälde mit diesem Titel zu malen und überhaupt diesen Titel zu wählen?  Es ist ein Bedürfnis, den übermächtig erscheinenden Gegebenheiten, die andere Menschen genau so gestalteten, mit und in denen man sich zurecht zufinden hat, einen eigenen Lebensentwurf zu gestalten, evt. den Gegebenheiten entgegen zu stellen, evt. revolutionär zu agieren. Dem " they say " ein klares " I say "…oder " we say " entgegenzustellen. Sein eigenes Bild zu malen. " we will rock you " / ….da klingelt es doch maximal in der Rockmusik-Klischee-Palette. Ein Titel, … tausendmal gehört … allerdings nie ernstgenommen. Die auch drohende Gebärde einer jungen Generation, die protestiert, wird entweder überhört, totgeschwiegen oder erst gar nicht gesehen. " we will rock you "… als Ausdruck der jungen Generation, die sagt: " Schaut her, wir sehen das alles ein wenig anders, wir wollen uns selbst gestalten und nicht in euren, uns angelegten Zwangsjacken, rumlaufen und nicht euren Benimmparcour meistern. Wir werden unseren eigenen Weg gehen. Eine immer schon da gewesene Haltung der Jugend gegenüber den Erwachsenen. Immer mit Hoffnung beseelt, immer belächelt, selten erfolgreich. " gute Nacht … und träume was Schönes " … ein Satz, der immer wohl gut gemeint ausgesprochen wird. Die Brisanz, dass eventuell nicht so schöne Lebensumstände, erst recht, wenn man sie wahrnimmt, oder man sich täglich damit auseinandersetzen muss, einem nicht gerade Hoffnung auf schöne Träume oder gerade auf schöne Träume machen, klingt in diesem Bild wieder. " wieder Abend " …endlich das erste Bier… endlich sich wieder wegschießen können,…nach getaner Arbeit  ( … früher war's so ?! … heute, auch immer öfter oder sogar meistens ohne Arbeit und schon tagsüber )  " DER SCHREI " … wer denkt da nicht als erstes mal an das großartige Gemälde von Edward Munch. Gegenwart,…immer wieder heute …jeden Tag höre ich den Schrei … es hört nicht auf. ZAK /  Zyklus Ausgrabungen - Kindereien  …was für ein seltsamer Titel, oder ? Ein Titel für eine Werkgruppe von Arbeiten, die ich zwischen 1993 und 1995 erstellte. 1. Warum " Ausgrabungen " als ein Teil des Titels? … Ich deute auf ein Faktum aus der Archäologie hin. Der Archäologe fragt sich doch immer auch, …wie konnte es dazu kommen, dass es so kam, … dass es so war, … dass wir nun diese Zeugnisse der vergangenen Gegenwart genau so vorfinden. Manchmal bewundernd, manchmal fassungslos mit dem Kopf schüttelnd. Im Alltag die einfache Frage, die genau dann auftaucht, wenn man unfassbare Abläufe oder Situationen beäugt: " Wie konnte es nur dazu kommen? " … man stellt fest, es ist schon wieder alles schief gelaufen. 2. Warum " Kindereien " als anderen Teil des Titels? … " Das sind doch nur Kindereien " , ein Ausspruch zu Gegebenheiten denen man keine Reife beimisst, die man als nicht ernst zunehmen deklariert, die auch irgendwie sympathisch erscheinen, die bestimmt keine bösen dramatischen Folgen nach sich ziehen, … denkt man. In der Kombination dieser beiden Titelfragmente entsteht eine Brisanz: Was hat man da nicht ernstgenommen … was heute so verheerende Folgen und Ausmasse angenommen hat? Ich verarbeitete damals in den 90er Jahren Bilder, Zeichnungen meiner Kinder, die zur Zeit als der " game-boy " aufkam entstanden. Der " game-boy "… ein Handcomputerspielgerät, dass unsere Welt von heute aus gesehen bis dahin beeinflusst, dass viele junge Menschen spielsüchtig, man möchte sagen lebensuntüchtig geworden sind, nur noch dahinkonsumieren, weit davon entfernt sind, ihr Leben glücklich zu gestalten. Die Kinderzeichnungen wurden als Zeitrelikt auf dem Bildträger fixiert,…der dann mit Asche und anderen Materialien zucollagiert zu einem archäologischen Ausgrabungsfeld mutierte. Die Kinderzeichnungen von damals dienen uns heute als Spiegel, sie sind die Hieroglyphen von gestern, bezeichnend für die Gegenwart von Morgen.
go on... FRÜHER